Dein Wille geschehe…

Zwei Monate war dieser Blog auf Sendepause. Es tat gut, offline zu sein und umso mehr freue ich mich, nun wieder neue Gedanken und Erfahrungen mit euch zu teilen.

Es waren zwei turbulente, schöne Monate, in denen ich unglaublich viel gelernt habe.
Über die Welt, meine Mitmenschen und mich selbst. In all dem war Gott dabei- mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Vor einiger Zeit habe ich den Satz gehört „Die besten Dinge im Leben bekommt man geschenkt“. Ja, so kann ich den Sommer irgendwie zusammenfassen, auch wenn wirklich Erfahrungen und Dinge dabei waren, die sicherlich keine Geschenke im eigentlichen Sinn waren.
Aber der Titel dieses Blogeintrags lautet ja „dein Wille geschehe“…
Wie also passt das zusammen?
Hier sind drei Gedanken, die euch vielleicht auch zum Nachdenken bringen
1) Dein Wille geschehe…
Es gibt Tage, Wochen und ja, manchmal auch Monate, in denen ich massiv schlucke, wenn ich beim Vater Unser bete „dein Wille geschehe“…
Familie und Freunde können sicherlich eine Charaktereigenschaft von mir benennen, die diesem Satz in die Quere kommt. Ich kann unglaublich stur und dickköpfig sein.
Für mich ist der Satz im Vater Unser die Zündschnur zu Dingen, die ich bewusst abgebe.
Ich bin kein Sprengmeister und kenne auch keinen, aber wenn ich in der Zeitung lese, dass ein altes Gebäude gesprengt wird, dann gibt es immer auch irgendwo eine Zündschnur, die den Dynamit zur Explosion bringt. Gezielt, genau geplant und präzise ausgeführt.
Dein Wille geschehe…
Ich zünde die Schnur an, schaue zu, wie die kleine züngelnde Flamme sich ihren Weg bis zum Dynamit oder so bahnt und… irgendwie hoffe ich, dass die Detonation, die dann folgt, nicht so ist, wie sie sein könnte- laut, staubig und gewiss bleibt kein Stein auf dem anderen.
Wenn ich ehrlich bete, dass Gottes Wille, und nicht meiner geschehen soll, dann gebe ich die Kontrolle ab. Und darin bin ich schlecht.
Das weiß ich.
Das weiß Gott.
In den letzten Monaten habe ich den Satz nicht besonders einfach über die Lippen gebracht und oft dachte ich, dass mein Wille viel besser ist, als Gottes Wille.
Dein Wille geschehe wie im Himmel
Der Himmel ist die Seite unserer Wirklichkeit, die wir nicht sehen. Die wir vielleicht manchmal erahnen. Im Himmel weiß jeder, dass Gottes Wille der Beste ist.
Der Satz- wie im Himmel, so auch auf Erden… erinnert uns, dass Jesus, von dem das Gebet stammt, weiß, dass der Wille seines Vaters, sein eigener Wille, das Beste ist, was einem Menschen passieren kann.
So. Einfach so.
Nein- so einfach ist es nicht. Absolut nicht. Zumindest für mich nicht.
Gott hat doch Sehnsüchte, Gaben, Fähigkeiten und Bestimmung in mich, wie in jeden anderen Menschen gelegt. Soll ich diesen Dingen nicht nachgehen, weil Gottes Wille und mein Wille dann vielleicht auch mal nicht zueinander passen?
Eine sehr gute Freundin zitierte Paulus, der schreibt, dass uns alle Dinge erlaubt seien, aber nicht alle Dinge gut wären. (1.Kor 6,1)
Liegt hierin die Weisheit? Gott hat uns allen einen freien Willen geschenkt. Er möchte, dass wir ihn gebrauchen. Davon bin ich überzeugt. Wenn wir, wenn ich, mit einem offenen Herzen durch die Welt gehe, dann bin ich bereit, mich mit Gottes Willen zu beschäftigen.
Gott will Frieden,
Glaube an den dreieinigen Gott,
Gott will, dass wir unseren Mitmenschen in und mit Liebe begegnen und
Gott will unser Herz. Alles.
Und was gibt er?
ALLES. Seinen Sohn, seine Liebe, seine Vergebung.
Aber er will, dass wir JA zu ihm sagen. Ja, deine Wege sind besser, als meine Wege. Ja, deine Pläne sind besser, als meine Pläne. Ja, ich vertraue dir.
Ja.
Zwei Buchstaben. Ein Wort, ein lebenslanger Kampf mit meiner Sturheit, meinem Stolz und meiner Kurzsichtigkeit.
Ja.
Ich habe in diesem Sommer zu Gott gesagt- dein Wille geschehe, aber bitte vergiss meinen Willen nicht. Den Willen derer, die für die gleiche Sache beten.
Vergiss es nicht.
2) Das Beste im Leben bekommt man geschenkt.
Nachdem ich ja zu Gottes Willen gesagt hatte (keine einmalige Sache, sondern eintagtäglicher Kampf), begannen sich Dinge zu verändern.
Ich wurde mit einem der unglaublichsten Urlaube, die ich vielleicht je hatte, beschenkt.
Letztes Jahr war der Urlaub, den ich mit oben schon erwähnter Freundin gemacht habe,  schon ein sagenhaftes, wunderbares und geniales Geschenk in meinem Traumland USA.
Dieses Jahr war aber der sehr spontane Familienurlaub noch in einer anderen Dimension ein Geschenk.
Hätte man mich zu Beginn des Sommers gefragt, was ich von Gott erwarte, dann wären mir ganz andere Dinge in den Sinn gekommen.
Gut, dass ich tatsächlich einfach nur da war. Gott die Chance hatte, mich zu beschenken und ich nichts mehr zu tun brauchte, als JA zu sagen. Ja, ich vertraue, dass deine Wege und dein Wille geschehen möge.

3) Was hat das Bild mit dem Text zu tun?
Gott sagt niemals irgendwo in der Bibel, dass die Wege und sein Wille mit einem roten Teppich ausgelegt sind.
Gott sagt nicht, dass ein Leben als sein Jünger bequem, einfach und ohne Hindernisse ist.
Genauso ist es im Hochgebirge.
Das Foto ist auf der schönsten und spektakulärsten Tour des Sommers entstanden- wir waren nach dem ersten Wintereinbruch des Jahres auf der Payerhütte, dem Stützpunkt für die Begehung des Ortlers auf dem Normalweg.
Es hatte viel geschneit, der Weg war ganz gut von Schnee und Eis befreit, aber dennoch sehr ausgesetzt und luftig und wer nicht absolut trittsicher und schwindelfrei ist, sollte den schmalen Weg zur Hütte meiden.
Der schmale Weg war felsig, schneebedeckt an manch einer Stelle und auch immer wieder ziemlich steil. Aber er war immer erkennbar, gut markiert und ausgebaut. Aber eben ein Weg im Hochgebirge und kein Weg zum nächsten Supermarkt.
Gott baut Wege. Sie sind aber auch steinig, manchmal von Eis bedeckt, steil, schweißtreibend und vielleicht verzweifelt der ein oder andere auch mal.
Ich verzweifle nicht an dem Weg in den Alpen, aber an Gottes Wegen schon.

Ich möchte dich ermutigen, an Gottes Wegen festzuhalten.
An seinem Willen festzuhalten und darauf zu vertrauen, dass er weiß, was er tut.
„Ja“ zu Gottes Willen zu sagen.
Das ist ein Prozess, der in dir und auch in mir passiert.
Gott ist gnädig und er freut sich, wenn wir immer wieder aufs Neue aus tiefer Überzeugung, oder mit sehr viel Skepsis beten
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.

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Von Kleingläubigen, Draufgängern und Zweiflern

Gestern am Sonntag habe ich eine sehr gute Predigt gehört, die mich sicherlich in den Worten, die ich hier benutze, geprägt hat.
Nachhören könnt ihr sie hier

Einer der prägenden Sätze war: Glauben macht nur Sinn, wenn wir ehrlich sind.

Zugegeben, in meiner Gemeinde stehen große Veränderungen an und daher auch die Predigtreihe, die unsere beiden Pastoren als Heldenreise bezeichnen, da wir uns von Helden der Kinoleinwand ( wir waren 14 Jahre im Kino und haben dort Gottesdienste gefeiert) und Helden der Bibel begeistern lassen wollen.

Gestern ging es um einen meiner Helden. Petrus.
Ich habe schon einmal über ihn geschrieben. Damals ging es um sein Leugnen, sein sich wegdrehen, seine Tränen und seine Verzweiflung. Es ging aber auch um seinen weiteren Weg, einen Weg vom Zweifler, Draufgänger zum Kirchenbauer und Gott begeisterten Menschen
Auch heute soll es darum gehen.
Kennst du das Lied „Oceans“ von Hillsong? Da heißt es in einer Zeile “ … and keep my eyes above the waves. When oceans roar my soul will rest in your embrace…“
Jahrelang habe ich an dem Punkt geschwiegen. ich konnte das Lied nicht singen, weil ich in den Stürmen meines Lebens manchmal auch so viel Wasser geschluckt habe, dass ich die Augen nicht über dem Wasser halten konnte.
Ich konnte nicht singen, dass ich- egal was kommt- an Gott festhalte. Das weiß ich nicht.
Ich wünsche es mir, aber wissen- ja wissen, tue ich das nicht.
Nun bin ich einige Jahre älter und seit einiger Zeit singe ich die Zeilen mit.  Mit der Gewissheit, dass ich tatsächlich Gott in den Stürmen nicht verloren habe.
Besser gesagt– er hat mich nicht verloren.

Petrus sitzt mit seinen Freunden gemeinsam in einem Boot. Eben erst hat er gesehen, dass 5 Brote und 2 Fische absolut ausreichend sind, um 5000 Leute und mehr satt zu bekommen. Er ist überwältigt, möchte mit Jesus genau darüber reden. Wie das geht, was er dazu beitragen kann in Zukunft.
Aber Jesus? Ja Jesus hat die Freunde alleine in das Boot gesteckt und gemeint, dass sie vorfahren sollen. Äh… glaubt er nicht, dass es Redebedarf gab? Dass es den gab, glaube ich sicherlich. Also gut, die Männer sind auf dem See Genezareth und reden über das, was sie erlebt haben. Vielleicht fragen sie sich, was als nächstes Wunder passieren wird.
Sie sind erfüllt und glücklich, aber ein starker Gegenwind kommt auf und die Jünger müssen massiv gegen die Wellen ankämpfen.
Gestern habe ich gelernt, dass im Original „dass sie die Wellen gequält haben“ steht. Es ist eine Qual, den Weg, den Jesus gerade zumindest körperlich nicht mit ihnen geht, zu meistern.
Sie kämpfen.
Kennst du das Gefühl, wenn du eine Gottesbegegnung hattest, ein Lied, einen Text, einen Gedanken und dann plötzlich passiert etwas, und deine Gottesbegegnung ist wie weggeblasen? So ähnlich könnte die Stimmung auf dem Boot gewesen sein.
Gestärkt, nicht nur durch das Wunder und die Worte, die Jesus sprach, sondern auch durch Brot und Fisch, gehen die Männer in ihren Alltag- und dann kommt ein Gegenwind.
Das kostet Kraft.
Jesus hat sich zurückgezogen. Er betet. Er tankt Kraft, kommt zu seinem Vater. Das ganze Event hat ihn Kraft gekostet. Er braucht Ruhe.
Im Morgengrauen läuft er auf dem Wasser zu seinen Jüngern.
Also ich diese Stelle das erste Mal las, dachte ich an die Gruselbücher meines Bruders und an Nebel, Schrecken und Angst.
Vielleicht ging es den Freunden ähnlich. Sie halten Jesus für ein Gespenst. Und Jesus?
Na ja, er kennt ja seine Pappenheimer so gut und sagt zuerst „Fürchtet euch nicht. Ich bins“ Er hätte viel mehr Worte sagen können, Erklärungen abgeben können, aber was macht er? Er sagt einfach nur- ich bins.

Petrus- ja, jetzt kommen wir zu meinem Helden: Er ist so begeistert, dass Jesus auf dem Wasser geht, sodass er das auch möchte.
Also sagt Jesus zu ihm, dass er eben auch kommen soll. Und der Draufgänger, der, dessen Mund manchmal schneller ist, als sein Gehirn, der Mann, der der Fels ist, auf dem die ersten Kirchen entstehen, dieser Mann zögert nicht lange, sondern springt aus dem Boot.
Und…
er geht auf dem Wasser. Bis er realisiert, dass er auf dem Wasser geht. Bis er mit seinem begrenzten menschlichen Verstand realisiert- oh das geht ja eigentlich gar nicht.
Dann beginnt er zu sinken.
An der Stelle gefällt mir die Erzählung mit am Besten- denn Jesus reagiert SOFORT.
Er ist sofort an Petrus´Seite und zieht in aus den Wellen. Petrus schreit nach Hilfe. Jesus reagiert sofort.

Ich glaube, dass es Situationen gibt, in denen wir nach Hilfe schreien und tatsächlich etwas so unglaubliches passiert, dass es Gott sein könnte. Aber meistens sind wir ja nicht in Ausnahmesituationen, sondern in unserem komfortablen Alltag.
Aber reagiert Gott vielleicht so oft viel unmittelbarer, als wir wahrhaben wollen?

Auf die Situation der Gemeinde, in die ich gehe, zugeschnitten glaube ich, dass Gott direkter handelt, als wir denken und wahrnehmen.
Wir müssen dieses Handeln nur zulassen. Und das kann sehr schmerzhaft sein, glückerfüllend, langwierig und kräfteraubend.
Aber es lohnt sich.

Ins Private hineingesprochen- ich warte auf Gottes Handeln. Im Moment passiert- meiner Meinung nach- nichts. Aber weiß ich, wie offen ich für Gottes Pläne bin? Sein Handeln?
Ich möchte es sein.
Kein Abenteurheld.
Kein Draufgänger.
Aber ein zweifelnd Gläubiger.
Ein gläubiger Zweifler.
Ein Mensch.

live louder

IMG_2772Kennst du den ICF song „Horizon“?Das ist ein absolut genialer Song, zu dem ich dich heute ermutigen möchte.

Gerade in Zeiten,in denen du an dir und deinen Gaben zweifelst,gehe an die Grenzen und frage dich,ob du sie dir gesetzt hast.Wenn deine Antwort ja ist-dann gehe weiter! Further-where your eyes can’t see

Wo bist du- zwischen Zuversicht und Zweifel

Im letzten Beitrag sprach ich darüber, wie die Natur ein Zugangsort zu Gott für mich ist.
In den Wochen danach habe ich viel über andere Wege, wie ich Gott in meinen Alltag integriere und ihn suche, nachgedacht.
Wie hat eigentlich Jesus, der Sohn Gottes und gleichzeitig Mensch ist, auf der Erde Zugang zum Vater gehabt?
Zwei Beispiele möchte ich aus der Bibel herausgreifen.


1) Jesus zieht sich zurück

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Bevor diese Stelle im Markusevangelium kommt, hat Jesus viele Menschen geheilt und so, wie es in der Bibel klingt, war das keine Sache von ein paar Stunden, sondern es klingt, als ob Jesus sich die Nacht um die Ohren geschlagen hat und so viele wie möglich geheilt hat. Die Schwiegermutter von Petrus gehörte auch zu denen, die er heilte.
Nun, am nächsten Tag ist er wohl erschöpft, er muss selbst neue Kraft schöpfen, um wieder geben zu können.
Jesus ist eben auch Mensch und Gott kein Getränkeautomat, der kühle Getränke im Hochsommer bereitsstellt.
Ich erwähnte, dass Beziehung mir sehr,sehr wichtig ist.
Aber Beziehung kann ich nur leben, wenn ich eine Beziehung nach oben habe und mich auch zurückziehen kann, um voller Liebe und Kraft, Lebensfreude und Gelassenheit in Beziehungen investieren zu können.

Wo finde ich meist diese Ruhe, den Frieden? In den Bergen.

Das Bild ist im wilden Kaiser entstanden- ich habe es früh am Morgen gemacht, als auf der Hütte noch fast alle schliefen.
Das war ein göttlicher Moment, da ich ehrfurchtsvoll die Berge und Gottes Schöpfung sah und gleichzeitig mit Gott reden konnte. Mit Gott reden ist ein Satz, mit dem manche vielleicht ihre Schwierigkeiten haben. Ich werde da in einem anderen Bloggeintrag mal darauf eingehen.

Beziehung allein nach oben in der Natur ist schön, aber…
als Teil dieser Welt reicht es meiner Seele nicht, wenn sie zwar ständig in Ruhe ist, aber keinen Kontakt zu Mitmenschen hat.
Ich bin ein absoluter Genussmensch. Meist versuche ich mir die Zeit zu nehmen, um zu kochen. Mit frischen Zutaten, keinem Rezept, aber ner groben Vorstellung und viel Kreativität. Das geht meistens gut, manchmal schief.
Vor zwei Jahren war ich einige Tage in Prag und diese Stadt ist ja auch für ihre Kaffeehäuser bekannt.
Als ich nun mit den Leuten, mit denen ich unterwegs war, in ein Kaffeehaus ging, war schnell klar- wir bestellen einfach so viel wie möglich und jeder probiert, was er mag.

Was für ein Fest.
Diese Sahnetorte steht für mich auch für einen Zugangsort zu Gott.

Im Feiern, Leben, unvernünftige Dinge machen, Kind sein und den Augenblick genießen.
Gibt es Momente in deinem Leben, in denen du eben das große Stück Sahnetorte isst, obwohl du weißt, dass es ungesund ist? Gibt es Momente, in denen du 5 zu einer geraden Zahl erklärst und feiern gehst, obwohl eine anstrengende Woche vor dir liegt?

Suche dir Momente, die genau so sind. Feier das Leben- wir haben nur das eine.
Jesus hat das auch getan- wo?
Das Paradebeispiel ist die Hochzeit zu Kanaa- er ist als Gast auf einer Hochzeit und die Gäste möchten noch Wein haben, aber… ja, der Wein ist aus. Der Gastgeber hat zwei Möglichkeiten- entweder er sagt, dass damit die Feier auch vorbei ist, oder er organisiert Nachschub.
JA, er organisiert Nachschub. Indirekt. Denn Maria, Jesu Mutter, macht ihren Sohn darauf aufmerksam, dass kein Wein mehr da ist. Ähm- wie bitte???

 2) Das erste Wunder Jesu´

 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.2
Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.3
Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.
Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
12 Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit. (Joh.2, 1-12)

An diese Geschichte anschließend kommt die Tempelsäuberung- Jesus wird so richtig wütend, als er in den Tempel kommt und sieht, wie Händler ihre Waren anbieten, wie Geldwechsler feilschen. Es ist zu laut und auf mich wirkt die Szene, als ob die Menschen nicht wüssten, wann und wo es Zeit ist zu feiern und wann und wo es Zeit ist, still zu sein.

Weißt du, wo und wann es in deinem Leben Zeit ist, aus der Reihe zu tanzen, zu feiern? Weißt du, wann es an der Reihe ist, still zu sein?

Ehrlich gesagt weiß ich es manchmal nicht.

Die Balance zu finden zwischen Ruhe und Feiern ist eine Lebensaufgabe- meiner Meinung nach.

Wo ist in deinem Alltag vielleicht zu viel Ruhe und innere Einkehr?
Wo zu viel Party und Feiern?

7- Wo bist du? Die Tür

Ein langes, wunderschönes Wochenende liegt hinter mir und eine neue Woche liegt vor mir.
Gestern Abend war ich im Abendgottesdienst meiner Gemeinde (www.citychurch.de) und war von der guten „weltlichen“ und geistlichen Stimmung sehr begeistert.
Ihr müsst euch vorstellen, dass da junge Menschen Gottesdienst in einer Jazzkneipe feiern, Bier und Wein, die berühmte Johannisbeerschorle trinken, essen und gute Gespräche über Gott und die Welt führen.
Gestern ging es viel um Mission. Einige Sätze, die mir in Erinnerung geblieben sind, waren diese-
1) Mission beginnt beim Gebet
2) Mission bedeutet: Raus aus der Komfortzone
3) Welches Land/welche Kirche könnte dir Gott aufs Herz legen?

Also ehrlich gesagt- der erste Punkt war ja schon voll meiner 😉 Gebet.
Ich bete zu wenig, zu wenig ausdauernd und ehrlich gesagt auch oft mutlos.
Aber mir liegt Gebet unglaublich auf dem Herzen. Ja, das ist sehr fromm ausgedrückt und mir eigentlich zu „heilig“, aber nennt mir eine andere, gute Redewendung und ich werde sie verwenden;-)

Also Gebet. Gebet ist doch Beziehung, oder? Beziehung zu Gott.

Am Wochenende hat mir eine Freundin, die mich schon (ziemlich) lange und gut kennt, gesagt, dass ich der absolute Beziehungsmensch sei und sie kaum einen kennt, der so beziehungsorientiert sei, wie ich.
Witzig. Denn ich habe vor ein paar Tagen einen Fragebogen ausgefüllt, in dem es um den Zugang zu Gott ging. Den Zugang, der am Besten zu mir passt.
Was kam raus? Ich bin mit deutlichem Abstand ein schöpfungsorientierter Mensch, der den Zugang zu Gott am Besten in der Natur findet.
Wow- ich hatte schon gewusst, dass ich da eine Form des Zugangs zu Gott habe, aber dass das so stark ausgeprägt ist, wusste ich nicht.
Na ja- also worauf ich hinaus will
Jesus fragt Gott am einzigen Punkt seines Lebens, an dem sich Mensch und Gott in Jesus trennen, nämlich am Kreuz, wo Gott sei. Jesus sucht nach einer Tür.
Jesus wählt den direkten Weg. Er fragt Gott, wo er sei.
Jesus wählt die Stille vor dem Sturm-seinem Tod- um zu beten.

Was ist deine Tür zu Gott?
Schreist du manchmal auch: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Glaubst du, dass dein 2 Minutengebet Veränderung bewirkt?

Ich möchte dich heute ermutigen, zu beten. So, als ob du mit deiner Familie oder Freunden redest.
„Vater, hier bin ich. Bist du auch in meinem Alltag?“

 

NEU

Heute fängt ein neues Semester an. Nein, das ist für mich nichts Neues und dennoch denke ich immer wieder an Hesses „Zauber des Anfangs“ aus seinen Stufen, wenn ein neues Semester beginnt.

Vor Gott können wir auch jeden neuen Tag neu anfangen und so frustrierend das als Mensch und für uns als Menschen sein mag, so wenig glaube ich, dass es Gott frustriert.Ich glaube, das er sich freut, wenn wir neu anfangen. Jeden neuen Tag ihm bewusst geben.

Ich wünsche euch, die studieren, einen guten Semesterstart  und allen, die einfach eine neue  Arbeitswoche vor sich haben, ebenso einen guten Start.

7

Menschenherzen sind wie Schilf.
Es ist ans Wasser gepflanzt und somit optimal versorgt und es ist biegsam und trotzt so manchem Sturm, indem es sich nicht widersetzt, sondern einfach die Bewegung des Windes mitmacht.

Menschenherzen sind wie Schilf. Sobald ein unangenehmer Wind kommt, duckt man sich. Man taucht ab. Ich verstehe nicht viel von Strömungen und Winden, aber soviel verstehe ich, nämlich dass sich die Natur des Schilfs am Besten den Winden und Stürmen der Natur angepasst hat, indem sie in Form und Bauweise inmitten eines Sturmes am Wenigsten Schaden nimmt.

Sind Menschenherzen nun genauso gebaut?
Gott hat manches Mal die Menschen mit Blumen verglichen, die heute blühen und morgen verwelkt sind.
Gott weiß, dass Menschen wankelmütig sind. Er weiß, dass Menschen in einem Moment ihres Lebens 100% hinter ihm stehen und ihn keine fünf Minuten später verlassen.

Worauf ich hier anspiele?

Petrus aber folgte von ferne. Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Hof und setzten sich zusammen; und Petrus setzte sich mitten unter sie. Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen und sah ihn genau an und sprach: Dieser war auch mit ihm. Er aber leugnete und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht. Und nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von denen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin’s nicht.  Und nach einer Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.(Lk22, 54-61)

Petrus weint bitterlich.
Er erkennt seine eigene Unfähigkeit, einmal mehr in seinem Leben zu Jesus zu stehen. Der Wind ist zu rau und der Sturm, in dem er sich befindet zu gewaltig. Petrus knickt ein. Er beugt sich dem Sturm und leugnet, Jesus zu kennen.

Puh. Was für ein Text.
Ehrlich gesagt sympathisiere ich oft mit Petrus. Petrus ist so eine Figur in der Bibel, mit der ich mich oft genug identifiziere. Er ist laut, manchmal sagt er genau das, was er denkt und er ist, glaube ich, im Grunde seines Herzens eine treue Seele. Das bin ich sicherlich nicht immer, aber ich versuche es zu sein. Petrus ist von Jesus und dem Glauben an Gott absolut überzeugt, ja er brennt für die Sache.
Wie stark kann man für eine Sache brennen, davon überzeugt und begeistert sein und dann feststellen, dass man im entscheidenden Moment nicht für die Sache einstehen kann?
Ich habe es schon erlebt, dass ich im richtigen Moment meinen Glauben nicht verteidigt habe. Das fühlt sich im Nachhinein grauenhaft an.
Nun aber zurück zu Petrus.
Wer war denn dieser Petrus? Wie kam es dazu, dass er Jesus verleugnete?
Petrus kommt aus Betsaida (Et Tell) am Nordufer des Sees Genezareth und er ist ein Fischer. Wie es in der Bibel dargestelt wird, ist er kein armer Schlucker, der ein Boot besitzt, sondern er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der vermutlich ein solides, mittelständiges  Unternehmen erfolgreich führt.
Plötzlich wird er angesprochen- von einem jungen Mann, der aus Nazareth kommt und den man in der Gegend noch kaum kennt. Dieser fragt ihn, ob er, Petrus, sich ihm anschließen möchte. Es muss etwas an dem Mann sein, irgendetwas Besonderes. Er geht mit diesem Mann, den er Rabbi nennen wird, mit. Er lernt, wächst im Glauben an Gott und sein Charakter reift immer mehr.
Petrus bezeugt auch, dass er sich niemals gegen Jesus stellen würde. Aber, Jesus kennt ihn besser.
Jesus ist bei Pilatus und als Petrus ihn das dritte Mal verleugnet und dies auch noch mit einem Schwur bekräftigt, dreht sich Jesus um und schaut Petrus an.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe es in meinem Leben schon erlebt, dass mich Menschen, die ich sehr gern habe, oder liebe, mit einem Blick angesehen haben, der mir duch Mark und Bein ging. „Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte“
Ein Blick kann mich mitten ins Herz treffen.
So stelle ich mir den Blick vor, den Jesus Petrus zuwirft. Er liebt Petrus, aber er weiß eben auch, dass Petrus sich gerade gegen ihn entschieden hat, um sein eigenes Leben zu schützen.
Der Blick Jesu hatte bestimmt nichts Vorwurfsvolles. Kein „ich habs dir doch gesagt.“
Jesus hat mit diesem Menschen Großes vor. Er kennt seine Stärken und seine Schwächen.

So ist es doch auch mit uns. Jesus hat Pläne mit uns. Aber wir/ich bin oft zu feige, den Weg zu gehen.
Petrus wird später gefragt werden, ob er Jesus liebt. Er wird dreimal wiederholen wie sehr er Jesus liebt.
Er wird der Fels sein. Der Gemeindegründer. Der Menschenfischer und der Hirte.
Auch als Hirte ist er von Fehlern nicht frei, er ist und bleibt ja ein Mensch.
Aber er hat zugelassen, dass Gott sein Herz verändert. Gott verändert es nicht innerhalb von drei Tagen, sondern innerhalb von Jahren.
Das macht Mut. Mut, mit sich selbst geduldig zu sein. Mut, mit Fehlern umzugehen und sich selbst zu verzeihen. Mut, sich von Gott verändern zu lassen. Nicht in Minuten, Stunden und Tagen, sondern in Jahren.

Nun fragt ihr euch vielleicht, warum der Eintrag „7“ heißt. Jesus hat 7 Worte am Kreuz gesprochen, bzw. Menschen, die mit ihm unter dem Kreuz waren, haben berichtet, was gesagt wurde. Die sieben Worte stammen aus den 4 Evangelien und sind musikalisch und künstlerisch oft aufgegriffen worden.
Ich werde diesen Worten in den nächsten Wochen nachspüren und freue mich, euch da mitzunehmen.

 

 

 

 

Identity Part 1 the ambassador

Though this year has already started and 2 months are already over I still wish you the very best for your new year.
May God the Almighty bless you, encourage you and inspire you. He has a plan for this new year, he has a plan for you within this year!

Why I am so sure about it?
Because we are his kids, his beloved, sinful and runaway kids. We are his sons and daughters and his ambassadors, his people.

So, I called you a minute ago ambassador of God the Almighty.

If you want to start a career in embassy service you most of the time have to be out of a very old and very well known family that has its routes in embassy service and is known for it. Secret Service or other special forces investigate your whole background. They dig out everything about you. Things you yourself have forgotten because they didn´t matter to you.
So people investigate everything in your social and private life and they don´t respect any borders or privacy. This process is the most fearful and scaring process. And in in the end? Who guarantees you that you really get the job? No one. Maybe there is someone better.

You are an ambassador.
Did you ever think about it? If you now say- no- you are not because you haven´t been checked I can tell you- yes you are. Yes you´ve been checked. Long before you breathed in the very first breathe you were investigated. And let me be clear: You failed. I also failed.
But the one, who investigated me had a very close look at my life and my heart and he saw me failing, he saw me running away. From life, from him. Still he said yes . YES, you get the job you don´t deserve. Yes, I know you will fail, lie, sin and run away. But I LOVE you, you are my child and you are my ambassador on earth.
You might now say that this is just me telling you something. But I get these words out of the Holy Bible.
Just take your bible with me and read Psalm 139 v 15+16
My frame was not hidden from you
    when I was made in the secret place,
    when I was woven together in the depths of the earth.
16 Your eyes saw my unformed body;
    all the days ordained for me were written in your book
    before one of them came to be.

So, let´s have a closer look at what David has learned about God and shares in a very personal prayer here.
David, one of the most important kings of Israel , was both a faithful and believing man and a sinner, an adulterer and in a way a murderer.
Yet he says that God had seen his whole life and had decided that David should come to life and live. He has already written down Davids life before this guy had a chance to live it.

So do I now talk about predestination?
No. I don´t. We are created with our free will, we are not just some puppies God loves to play around with.
But God is almighty and he knows the paths we´re taking in life. He knows which clever and which foolish ideas we´re making and never the less he stays at our side and he accompanies us.
So I am pretty sure that God knew that David would be quite a person. To be honest, David wouldn´t get a job in an embassy- he has too many skelettons in his cellar.
But David get´s his job. He is trained as a sheperd. He learns to distinguish between good and bad and he has a pretty tough time where he has to loose his pride, his selfishness and his stubborn character has to learn how to rely on the only thing in the world that never goes away no matter how tough times are.
David serves in the steppe-like nature and his character is formed.
It seems as if he reminds himself of these days when he talks about this great and not understandable gift that God had seen him before he was even born and yet said yes, I love you and I will use you. Yes, you. The murderer, adulterer and runaway.

David, who perfectly well knows what he has done in his life praises God in this psalter. He is excited about a God who choses people not by qualification but by justification.

Yes, we are chosen by justification. God, the Almighty, the three in one has been our judge. He has ruled over us and we have failed. You. Me. Everybody. Because we´re sinners, day by day.
But he has chosen to sacrifice his only son so that we can be cleared and freed from every single chain sin has laid around our hearts.

Now, are you still asking why you are an ambassador?
You are an ambassador as soon as you have decided to fully follow Jesus.
As soon as you have decided to give him your life- no matter what you have done so far- he comes with open arms to you. He calles you his child.

And as you are your parent´s child and haven´t done anything for this you are God´s children. The only thing he wants to have is your „Yes“ and your heart. Your heart that choses to fellow his word. His rules and his will.

But if you´re now afraid and think- oh … this is huge.
Don´t worry. God is patient. He is kind. He is forgiveness and he is love. He has given David time to prepare and he has forgiven David whenever he sinned. So he does with you.